Fotografie: Mit welcher Kamera wurde dieses Bild gemacht?

 

Ein Gastbeitrag von Robin Disselkamp

 

Ja, ich besitze eine Leica und ja, sie hat wirklich kein Display!

 

Nein, ich kann nicht sehen, was ich gerade für ein Bild gemacht habe und auch der Sucher (ich nenne Ihn liebevoll „Loch in der Kamera“) zeigt mir nicht an, was ich gleich für ein Bild machen werde.

Es ist einfach ein Fotoapparat - Keine Videofunktion, kein Autofokus, nichts dergleichen. Blende, Verschlusszeit, ISO - das war´s.

 

So, genug über Leica geschrieben, obwohl… fehlt noch die Antwort auf die Frage: „Ja, und?

 

Es wird sehr viel über das jeweilige Equipment selbst, leider aber viel zu wenig über die Bilder gesprochen, die mit diesem Equipment gemacht werden. Anders: Man geht in ein Restaurant, isst leckeres Essen und fragt im Anschluss den Koch, mit welchem Topf er das Essen gekocht hat. Oder hat irgendjemand Monet gefragt: „Hey Claude, mit welchen Pinseln hast Du denn diese großartigen, impressionistischen Landschaften gemalt?“.

Welche Stifte hat Karl Lagerfeld benutzt, um die kleine, schwarze Jacke für Chanel zu entwerfen? 

Oder, um wieder den Kreis zur Fotografie zu schließen: Welche 120er Filme hat Vincent Peters in seiner Mittelformatkamera?

 

Man spricht über das Ergebnis, das von Belang ist. Von Bildern, die uns beeindrucken und staunen lassen.

Kürzlich schrieb ich irgendwo, dass um Himmels Willen doch bitte jeder SEIN System, SEINE Kamera finden soll! Dabei ist es egal, ob das Sony, Leica, Olympus oder Canon ist. Aber man muss es doch nicht jedem erzählen, nicht zer-diskutieren!

 

Geht doch einfach raus und macht Bilder, die beeindrucken! Dann fragen die Leute entweder selbst, wie das Bild gemacht wurde, oder sie genießen einfach Euer Werk. Am besten sprachlos.

 

 

Auflösung zur Eingangsfrage: Canon 6D. Hat mich aber noch nie jemand nach gefragt. Alle fanden einfach nur das Bild geil!

 

Robin Disselkamp

 

 


Ich stimme Robin da völlig zu ! Wie ist eure Meinung zu diesem Thema ?

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Matthias (Freitag, 17 Mai 2019 13:43)

    Moin Holger,
    Moin Robin,

    das Beispiel mit dem Koch und dem Topf trift die Sache ganz genau.
    Leider ist das Technik-Gefasel und Pixel-Peeping immer noch viel zu weit
    verbreitet. Ich frage mich auch oft, ob man ein Bild "besser" finden würden, wenn man
    weiß, dass es mit einer bestimmten Kamera aufgenommen worden ist - ich denke nicht!
    Jetzt haue ich nochmal etwas für das Phrasenschwein raus: Die beste Kamera ist die, die du dabei hast!
    Geht einfach raus und macht Fotos... und habt Spaß dabei!

  • #2

    Joachim Herold | www.joachimherold.com (Samstag, 18 Mai 2019 06:24)

    Hallo Robin & Holger,

    meine Meinung dazu ist, das es heutzutage eine ganze Menge Menschen gibt, die ihre Kamera für ein Status-Symbol halten und nicht für ein Werkzeug/Hilfsmittel um Ihre Kreativität bzw. künstlerische Ader auszuleben. Und diese Menschen kann man dann auch noch in zwei Gruppen unterteilen:
    Die einen nehmen das gute Stück überall mit hin zum zeigen und machen wenige oder kaum Bilder im Automatikmodus. Die anderen belesen und informieren sich mit Tests und Meinungen aus Fotozeitschriften, Foren usw. und kennen dann jede Schwachstelle am Objetkiv und in der Kamera und "jammern" dann mit Gleichgesinnten auf extrem hohen Niveau, anstatt die Kamera in die Hand zu nehmen zu fotografieren und bis an ihre Grenzen auszureizen. Dann findet man nämlich meistens auch Möglichkeiten wie man das ein oder andere "Manko" der Kamera
    kompensieren kann. Die allerwenigsten Fotografen schaffen es sowieso die Kamera wirklich auszureizen.

    Für mich ist meine Kamera ein Werkzeug und Hilfsmittel um meine Kreativität auszuleben, und natürlich frage ich andere Fotografen auch, wie und mit welchem Equipment sie ihre Bilder gemacht haben. Aber mir geht es dabei darum zu lernen, mit welchem Equipment ich einen bestimmten Bildstil erzeugen kann und das für mich zu adaptieren. Im Grunde hilft mir das dann aber auch nur, wenn ich selbst ausprobiere und mein fotografisches Auge durchs fotografieren trainiere. Also wie auch Matthias oben sage ich: Geht raus, fotografiert & habt Spaß dabei!!!