Der 1. Sonntag nach Weihnachten

Die größte Geburtstagsparty der Welt ist erst einige Tage her. Zahlreiche Gäste waren gekommen. Sie waren gekommen, um dem Geburtstagskind ihre Aufwartung zu machen. Manche Häuser, wo diese Feier stattfand, waren regelrecht überfüllt. Man hatte sich gut gekleidet auf den Weg gemacht, um mit Liedern das Geburtstagskind zu ehren. Auch seine Geschichte, wie er auf diese Welt kam, wurde überall neu erzählt. Es war überall sehr feierlich.

 

Die Party ging dabei gar nicht mal so lange. Vielerorts war diese schon nach 90 Minuten vorbei und die Menschen strömten eilig hinaus. Nur 90 Minuten? Das kann dann eigentlich keine wirkliche Party gewesen sein, oder? Und wenn man mit einigen Gästen sprach, waren sie nur gekommen, weil man das von ihnen erwartet hat. Es wäre so Tradition, sagten sie. Sie selber kannten das Geburtstagskind eigentlich nicht persönlich. Sie hatten nie wirklichen Kontakt mit IHM.

 

So gingen dann die Menschen wieder nach Hause, um dort weiter zu feiern, aber ohne das Geburtstagskind. Gegenseitige Geschenke wurden ausgetauscht. Das gute Essen wurde verschlungen und manchmal kam es auch zu einem Streit. Das Geburtstagskind war zurückgelassen worden und war hier nicht mehr der Mittelpunkt.

 

So ist heute der erste Sonntag nach Weihnachten und die Häuser, wo die weltgrößte Geburtstagsfeier eingeläutet wurde, werden wieder leer sein. Das Geburtstagskind weint bitterlich und hofft das vielleicht der eine, oder andere Gast, ihn im Herzen mitgenommen hat.

 

 

Meine Hoffnung: Vielleicht tauchen nicht alle U-Boot-Christen nach Weihnachten wieder ab.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0