Fotografie: Es war nur ein analoges Intermezzo.

Ein Podcast von Markus (@pavido_de bei Twitter) hat mich dazu inspiriert, meine Erfahrungen im Bereich die analoge Fotografie niederzuschreiben.

 

Einige von meinen Lesern haben sicher meine Berichte über meinen Ausflug in die analoge Fotografie gelesen. Damit ist es jetzt endgültig zu Ende. Ich habe heute die letzte mir verbliebende analoge Kamera verschenkt und sie ist schon auf dem Weg zur neuen Besitzerin. Was hat mir die Zeit gebracht, in der ich analoge unterwegs war und warum habe ich mich wieder dagegen entschlossen?

 

Ich bin mehr oder weniger über meinen Freund Dimo Tabken zu der analogen Fotografie gekommen. Vorher hatte ich schon viel gelesen von der „Entschleunigten Fotografie“, in der man viel bewusster sich mit dem Foto erstellen auseinandersetzt. Also nahm ich an dem Projekt „Die Isolette geht auf Reisen“ teil und war irgendwie angefixt. Überall sprach man davon wie gut es einem tut sich so viel bewusster mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen. Auf der gemeinsamen Ausstellung kam ich mit weiteren analogen Kameras in Kontakt, eine wurde mir sogar geschenkt.

 

 

Ich war kaum wieder zu Hause, da wurden weitere Filme bestellt und sich nach einer analogen Mittelformatkamera umgesehen. So wuchs der Kamerabestand langsam an. Es gab eine Zorki 4 die ich geschenkt bekommen habe, dann noch eine Agfa Box, sowie eine Canon AE-1.

 

Bei all den Kameras ist aber nie wirklich der Funke rüber gesprungen. Dann „verliebte“ ich mich in eine russische Kiev 88, eine Mittelformatkamera. Sie sollte nun endlich meine Liebe zur analogen Fotografie erwidern. So kaufte ich bei einem Fotohändler diesen Koffer voller Möglichkeiten.

 

 

Doch nachdem ich den Film eingelegt hatte wollte die Kamera nicht ganz so wie ich wollte. Der Auslöser ging während eines Shootings plötzlich nicht mehr und auch der Filmtransport war irgendwie beschädigt. O.K. wenn ein Reparaturhandbuch bei einer Kamera beiliegt, hätte ich vielleicht nachdenken sollen. Hier war meine Lösung des Problems: Analoge Fotografie: „Eine russische Kiev 88, ein japanischer Whisky und ein deutscher Hammer !“

 

Neben diesen Problemen mit den Kameras (z.B. bei der Zorki ist beim Filmtransport der Film einfach gerissen) habe ich es irgendwie geschafft doch denen einen, oder anderen Film komplett und ohne Unfall zu belichten. Klare Ansage, ich wusste die russischen Kameras, wie die Zorki 4, oder die Kiev 88, etwas spezieller sind in der Bedienung.

 

Die Ergebnisse waren nicht berauschend, aber auch nicht ganz hoffnungslos. Doch der Funke wollte einfach nicht rüber springen. Irgendwie scheine ich wohl nicht so der Typ für die analoge Fotografie zu sein und deswegen habe ich mich von allen Kameras getrennt und diese zwischenzeitlich verschenkt.

 

Doch was ist mir geblieben aus diesem analogen Intermezzo?

 

Das ich an meiner spiegellosen Kamera weniger den Auslöser drücke! Das ist wohl das, was am stärksten geblieben ist. Nicht mehr von einem Objekt zig Fotos aus der gleichen Position machen, sondern sich die Ruhe geben. Sich überlegen wie ich das, was ich fotografieren möchte, gut in Szene setze. Außerdem schaue ich kaum noch auf das Display, um die jeweilige Aufnahme zu kontrollieren.

 

Also war nicht alles vergebens, sondern ich durfte etwas daraus lernen, was ich jetzt in der digitalen Fotografie umsetzen kann. Ich möchte mich auch an dieser Stelle bei all den vielen Mensch da draussen bedanken, die mir während dieser Zeit mit Rat und Tat zur Seite standen und mir auch die eine oder andere analoge Kamera überlassen haben. 

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