Depression: Akzeptanz nach einem erneuten Anschlag !

Eigentlich wollte ich nicht mehr über meine Krankheit schreiben, aber ich wurde immer wieder gefragt: „Bist du wieder gesund? Ist die Depression jetzt weg?“ Hier mal ein klares NEIN!

 

Aber ich habe gelernt damit besser umzugehen, das ist geschehen!

 

Klassisches Beispiel war gestern. Im Laufe des späten Vormittages schlug die Depression ohne Vorwarnung zu. Stimmung ging in den Keller. Hab versucht mich hinzulegen und diese Stimmung wegzuschlafen, doch Fehlanzeige. Dieser depressive Schub war ein richtiger Anschlag gewesen, der in kürzester Zeit versuchte, die Kontrolle über mich zu erlangen.

 

Was ich dagegen machen konnte? Erstmal gar nichts, denn es kam wieder unerwartet ohne Vorlaufzeit. Was aber zwischenzeitlich anders ist, dass ich nicht in den Kampf ziehe, um diesen depressiven Schub zu bekämpfen. Klingt erstmal komisch, doch für mich ist es die richtige Taktik um diesen bissigen „Schwarzen Hund“ in den Griff zu bekommen.

 

 

Akzeptanz ist das Stichwort dazu. Zu akzeptieren, dass ich Depressionen habe!

 

Diese Akzeptanz verschafft mir Ruhe und Gelassenheit, in der sonst sehr angespannten Situation. Das heißt natürlich nicht das sich das bedrückende Gefühl und in die Dunkelheit verschwindet. Ich lasse es sogar zu, aber eben aus einer anderen Position heraus. Ich betrachte die Depression und was sie gerade macht mit mir. Ich lasse  sie erst einmal gewähren. Doch fange ich auch an zu überlegen, wie ich dieser entgegentreten kann.

 

Früher hatte die Depression die komplette Macht über mich, das ist heute anders.  

 

Nach einer kurzen Betrachtung der Situation versuche ich durch die Akzeptanz, dass ich eben an Depressionen leide, diese abzuschwächen. „Ja, mir geht es im Moment sehr schlecht, aber deswegen kann ich trotzdem mein Leben leben." Gestern habe ich mich sogar mit einer Freundin am Nachmittag zu einer Tasse Kaffee getroffen. Also ging ich trotz Depression mit diesem „Schwarzen Hund“ an der Leine spazieren. Er zog ziemlich heftig, aber ich lies mich nicht in weitere dunkle Gassen ziehen. Ich hatte das Kommando!  

 

Meine Freundin merkte gleich das was nicht stimmt. Ich erklärte ihr die Situation und sie sagte, dass sie es gut findet, trotz der Situation, sich mit ihr zu treffen. Früher wäre ich 100%ig daheim geblieben und hätte mich „versteckt“. Klare Ansage: Nur weil ich mich jetzt mit einer Freundin getroffen habe, war die Depression nicht weg! Sie war da, aber es gab Momente wo sie etwas abgeschwächt war durch das Gespräch, welches ich mit meiner Freundin führte. 

 

Nach einer Stunde trennten wir uns und ich fuhr wieder nach Hause. Dort angekommen wollte der Schwarze Hund wieder das Kommando übernehmen. Doch durch die Akzeptanz zu meiner Krankheit, hatte er nicht die nötige Kraft, mich weiter nach unten zu ziehen.

 

Die Nacht war durchwachsen und doch muss ich sagen, dass heute morgen wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Ansonsten könnte ich diese Zeilen auch nicht so niederschreiben. Der große "Schwarze Hund ist" zwischenzeitlich nur noch eine kleine Ausgabe seiner selbst. Er ist noch da, aber hat keine Gewalt mehr über mich!   

 

Das was ich hier schreibe betrifft nur mich mit meiner Krankheit. Jede Depression ist anders, da wir als Menschen eben auch individuell sind. Ich kann also nur aus meiner Sicht etwas dazu schreiben.

 

Kommt gut durch den Tag!

 

 

P.S. Wer den "Schwarzen Hund" noch nicht kennt, für den habe ich das Video dazu eingebunden.

 

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