Analoge Fotografie: Kiev 88, oder alles Grau in Grau !

 

So nun sind sie endlich da! Die ersten Bilder, die ich mit der Kiev 88 geschossen habe.

 

Zuerst war ich mal froh, dass überhaupt was zu erkennen ist, doch dann kam die Frage warum die Bilder alle so „Grau“ sind und kaum Kontrast haben? Hier liste ich mal die Infos zum Film und dessen Entwicklung auf:

 

Fotografiert wurde auf dem „ILFORD HP5 PLUSS BLACK & WHITE“

 

Entwickelt wurde er von einem Freund: „Rodinal in 1:50. 11 Minuten Entwicklungszeit bei 20°C, erste Minute Dauerkippen, dann jede Minute dreimal Kippen. Fixiert für ca. 7 Minuten und Schlusswässerung.“

 

Danach wurden die Negative auf einem Leuchtpad gelegt und abfotografiert. Ich habe diese digitalisierten Negative mit Lightroom ins Positive umgewandelt.

 

Sicher hätte ich mit Lightroom oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen mehr aus den Negativen rausholen können, aber darin sehe ich persönlich bei der analogen Fotografie keinen Sinn.

 

Vielleicht könnt ihr mir ja helfen was vielleicht „falsch“ lief, ob es an meiner fehlerhaften Belichtung besonders im Indoorbereich lag, oder ein anderer Grund dafür verantwortlich ist.

 

Hier nun einige der Ergebnisse:

 

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe !

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Kommentare: 8
  • #1

    Merten (Montag, 24 Juni 2019 08:40)

    Ja es liegt daran das du keine Kontraste hast. Dreh einfach mal am Kontrastregler. An sich glaube ich nicht das du falsch fotografiert hast. Die meisten Fehler entstehen beim scannen oder abfotografieren. Grüße Merten
    www.mertenriesner.com

  • #2

    Holger (Montag, 24 Juni 2019 08:48)

    Das ist dann aber für mich irgendwie sinnbefreit. Analog zu fotografieren um die Bilder hinterher digital zu bearbeiten. �

  • #3

    Markus (Montag, 24 Juni 2019 10:49)

    @Holger, dürfen bei dir alle zuhause vorbeikommen und die analogen Bilder ansehen? oder wie zeigst du die im Internet? ... ich komme gerne zu Kaffee und Kuchen! Wann muss ich Wo sein?

  • #4

    Erik (Montag, 24 Juni 2019 12:21)

    Grundlegendes Problem: Bei der Wahl Deiner Digitalisierung lässt sich nichts sicher über die Negativqualität sagen - es kommt ja auch darauf an welche Güte so ein Leuchtpad hat, wie Du abfotografiert hast etc. Ein Scanner ist da deutlich besser geeignet, um was richtig beurteilen zu können.

    Darüber hinaus hängst Du meiner Meinung nach einer Fehleinschätzung nach. Kein Negativ ist für sich fertig. Ein analoges Bild entsteht ja in dem Sinne erst als Positiv in der Dunkelkammer und ist somit auch eine "Interpretation" des Negativs. Natürlich muss oft in Sachen Kontrasten o.ä. noch was gearbeitetet werden, teilweise auch selektiv. Wer glaubt, dass man einfach analog fotografiert und das war's dann, beweist, dass die Lomo-Bewegung unseren (Qualitäts-)Eindruck der analogen Fotografie versaut hat. Nur als Beispiel sei mal https://petapixel.com/2013/09/12/marked-photographs-show-iconic-prints-edited-darkroom angeführt.

    Generell gibt es flauere und weniger flaue Film-/Entwicklerkombinationen. Zwei der wenigen Kombinationen, bei denen ich nie oder fast nie was in Sachen Kontrasten machen muss: Agfa Copex Rapid in Pota und Kodak Tri-X in D23 ...

  • #5

    Hans Mayer (Montag, 24 Juni 2019 12:33)

    Vielleicht einfach digital fotografieren?
    So richtig scheinst Du die analoge Technik noch nicht verstanden zu haben!

  • #6

    Mark (Montag, 24 Juni 2019 16:42)

    Hallo Holger,

    lass die Negative doch mal ausbelichten. Wobei auch hier am Kontrast gedreht wird, da es unterschiedliche Papiere gibt.

    Gruss Mark

  • #7

    Christian (Montag, 24 Juni 2019 22:05)

    Ein Negativ ist letztlich mit einem RAW Bild in der Digitalfotografie vergleichbar. Je mehr da drin ist, desto bessere Möglichkeiten hast Du im Anschluss bei der Ausarbeitung der Positive. In der Dunkelkammer ist jedes Bild letztlich individuell ausgearbeitet. Die Gradation des Papiers, auf das es ausbelichtet wird, beeinflussen das letztliche Ergebnis. Zu starke Kontrastumfänge, die zu ausgefressenen Lichtern oder abgesoffenen Schatten führen, kann man teilweise auch nur durch Nachbelichtung oder Abwedeln der betroffenen Stellen vermeiden.
    Letztlich ist ein gutes Negativ ein Produkt aus Film, Belichtung und Entwicklung. Das sind drei Faktoren, die es zu beherrschen gilt. Um das Maximum zu erreichen, muss alles aufeinander abgestimmt sein. Bei Großformatbildern auf 4x5 oder ähnlichen Formaten kann man das sehr individuell für jeden Bild erreichen. Bei Mittelformat und Kleinbild gilt es, den richtigen Kompromiss zu finden. Bei flauem Licht bzw. sehr geringen Kontrastumfängen oder bei starken Kontrasten gibt es jeweils Wege, diese Situation doch zu einem guten Negativ zu belichten und entwickeln.

    Und das war erst das Negativ. Das Positiv ist am liebsten schnell gemacht. Wenn das Negativ "genormt" ist, dann mag das auch funktionieren, zumindest mag es einfach sein, ein gutes Positiv zu erzeugen. Meistens hat es aber Abweichungen von der Norm (Lichtverhältnisse bei Bild 14 sind unter Umständen komplett anders als bei Bild 25 eines Kleinbildfilmes), die auch wiederum besondere Aufmerksamkeit bei der Ausbelichtung und Entwicklung des Positivs erfordern. Hier gilt im Prinzip wieder ähnliches wie beim Negativ. Papier, Belichtung (inkl. Nachbelichtung/Abwedeln von Bildstellen) und letztlich die Entwicklung ergeben dann das endgültige Bild. Also noch mehr Möglichkeiten, "andere" Bilder aus den Negativen zu erhalten.

    Und jetzt noch ein paar Worte zum hybriden Arbeiten, also dem analogen Fotografieren und der digitalen Weiterverarbeitung. Ruf Dir zunächst noch mal das mit dem Negativ in Erinnerung (Film, Belichtung, Entwicklung) und Du weißt schon, dass es hier eine Streuung in den Ergebnissen gibt. Die Negative abzufotografieren halte ich persönlich für eine gute Wahl, ich mache es bei Kleinbildnegativen ebenfalls. Bei Mittelformat mal so mal so (Scanner).
    Aber betrachten wir zunächst mal das reine Abfotografieren. Du nimmst eine Leuchtplatte, legst den Film drauf und fotografierst dann mit der Digitalen das Bild/die Bilder ab. Filmoberflächen sind meistens reflektierend/glänzend. Also bekommst Du bei normalem Umgebungslicht schnell Reflexionen auf das Bild, die Dir beim Blick durch den Sucher der Digi noch nicht mal auffallen. Dadurch wird der Kontrast beeinträchtigt bzw. beeinflusst. Kann man mit schwarzem Karton um das Bild herum reduzieren - also quasi eine Pappröhre zwischen Negativ und Objektivfrontlinse.
    Die Digi hat ja nun auch ihre Charakteristik, geht auch unter anderem davon aus, dass sie ein Positiv fotografiert (die "normale" Welt ist ja positiv). Eine Kontrastkurve hat auch jede Digi. Vielleicht auch die Tendenz, etwas unter zu belichten oder eben über zu belichten. Also auch hier jede Menge Faktoren, die das Bildergebnis letztlich beeinflussen oder ausmachen.

    In Konsequenz bedeutet das, dass Du auch hier einen Prozess hast, wie bei der Raw Umwandlung in der Digitalfotografie, in dem Du Kontraste, Helligkeit, Maxima, Minima etc. ausgleichen musst, um das zu erreichen, was Du beabsichtigt hast.

    Klar kannst Du auch eine "point&shoot" Analogkamera nehmen, den Film belichten, in einem Labor entwickeln und abziehen lassen und Dich über die Ergebnisse freuen oder ärgern (bei mir ist es meistens ärgern). Aber durch die vielen Möglichkeiten der Beeinflussung durch Film, Belichtung und Entwicklung jedes Teilprozesses (Negativ/Positiv) kannst Du halt viel erreichen. Ist im Digitalbereich letztlich nicht anders.

    Davon auszugehen, dass Du mit der Kiev88 losmarschierst, Bilder machst und dass die alle ohne Bearbeitung, sei es jetzt analog oder digital, geile Bilder werden, ist der falsche Ansatz. Wir können das gerne ausdiskutieren, ich gebe Dir gerne Tipps oder Hinweise, aber Du musst Dich mit der Analogfotografie und ihren Möglichkeiten genauso beschäftigen, wie Du das mit Lightroom/Darktable oder Photoshop/Gimp machen musst - und der Kamera oder dem Belichtungsmesser oder besser beidem.

  • #8

    Holger (Montag, 24 Juni 2019 23:20)

    Hallo zusammen.

    Ich möchte mich an dieser Stelle für all eure Kommentare bedanken.

    Gruss

    Holger