Kann man einen Suizid verhindern? Wenn ja, wie?

Ein Thema das mich schon länger beschäftigt. Menschen die einen Suizid als einzigen Ausweg sehen, wieviele Qualen müssen sie vorher durchlebt haben? Ich, der selber schon über den Tod nachgedacht habe frage mich, ist das frühzeitig zu erkennen, oder nicht?

 

Deswegen starte ich eine einfache, aber vielleicht für Betroffene wichtige Umfrage. Ich möchte die Menschen befragen, die entweder an einen Suizid schon gedacht haben, wie auch die Menschen, wo der Suizid nicht erfolgreich endete.

 

Ich als Laie, aber auch Betroffener, möchte nicht wissenschaftlich da ran gehen, sondern menschlich. Ich möchte herausfinden ob man diesen letzten Schritt frühzeitig erkennen und verhindern kann. Was passiert im Vorfeld? Was wurde nicht erkannt? Was hat man selber nicht kommen sehen, bzw. konnte diese Infos nicht weiter geben? Liegt es am Umfeld, das die Signale nicht erkennt, oder doch an einem selber, weil man sich selbst nicht wertschätzt und irgendwann heimlich aufgibt? 

 

 

Wer also zu diesem Thema was beisteuern möchte, kann das auf zwei Arten. Der eine Weg wäre einen Kommentar hier zu hinterlassen. Der andere Weg wäre eine Mail an mich ( holger@detailbilder.de ). Es werden in diesem Fall auch keine Namen weiter gegeben, ausser der Betroffenen wünscht/erlaubt dieses. Ich möchte versuchen Informationen zu sammeln, um vielleicht mit euch da draussen eine Gegenstrategie zu entwickeln. Ich weiß, das klingt vielleicht etwas hochtrabend, aber ich glaube das wir zusammen etwas bewirken können.

 

Lasst es uns versuchen!!! Ihr seit es wert !!! 

 

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Kommentare: 13
  • #1

    Der Emil (Mittwoch, 02 August 2017 15:40)

    Verhindern? Einen Suizid/Freitod?

    Jein.

    Sicher sind die Ankündigung und der Versuch bei vielen ein (letzter) Hilferuf -- in diesen Fällen könnte geholfen werden, auf ebensoviele unterschiedliche Weisen, wie es betroffene Menschen gibt.

    Aber es ist eben nicht bei allen möglich, jedenfalls nicht immer.

  • #2

    Holger (Mittwoch, 02 August 2017 17:03)

    @Der Emil

    Hier geht es auch nicht um ein Allheilmittel, sondern eher den Versuch zu starten, es besser zu verstehen und wenn möglich, frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Vielleicht bin ich auch zu "blauäugig", aber ein Versuch ist es wert.

    Gruss

    Holger

  • #3

    Mandy Schaub (Mittwoch, 02 August 2017 17:08)

    Hallo Holger, sehr aktuelles Thema für mich, ich habe vor wenigen Wochen einen missglückten Suicide miterlebt und auch darüber geschrieben, was sich in dem Fall bei der Person in den Momenten davor abgespielt hat.
    Vielleicht hilft es dir ja beim verstehen.

    http://www.blue-moon-studio.de/?p=5302

    Liebe Grüße Mandy aka Linay/Isaril

  • #4

    Claudia (Mittwoch, 02 August 2017 17:13)

    Ich hab 2 Versuche hinter mir. Beide Male mit Medikamenten, im Abstand von 1 Tag. Ich war gut vorbereitet, hab gut geplant und war mir meiner sicher. Beruflich bedingt und zusätzlich noch belesen wusste ich wie es funktionieren muss. Tja, hat es aber nicht. Bei mir hätte es niemand verhindern können, weil ich darauf geachtet habe, dass niemand etwas bemerkt. Jetzt wird ein weiterer Versuch verhindert, weil ich die Reaktionen meiner Angehörigen danach miterlebt hab. Und die Angst, dass es wieder nicht funktioniert. Außerdem bekomme ich von vielen Seiten Unterstützung. Die Gedanken daran bleiben aber. Ich bin mir nicht sicher, ob man es in jeden Fall verhindern kann. Wenn es jemand plant und wirklich will, dann wird er auch keine Hilfe annehmen. Aber man sollte jede Andeutung, die jemand macht, auf jeden Fall ernst nehmen. Wichtig ist, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vielleicht ist es schon etwas hilfreich, wenn dieses Thema nicht nur durch den Suizid eines Promis aktuell ist. Es sollte generell mehr darüber gesprochen werden. Vielen hilft es vielleicht, wenn sie wissen, dass sie mit ihren Gedanken nicht alleine sind. Und nicht nur auf Unverständnis stoßen.

  • #5

    Holger (Mittwoch, 02 August 2017 17:26)

    @Claudia

    Vielen lieben Dank für deine offenen Worte !!!

  • #6

    Edeltraud (Mittwoch, 02 August 2017 19:01)

    Hallo Holger,
    Danke dafür das du den Suizit so offen ansprichst. Es wäre sehr hilfreich, wenn man irgend welche Tips bekommen könnte, wie man den Suizit erkennen kann.
    Meine Tochter hat schon dreimal Versucht sich umzubringen. Leider habe ich es nicht gemerkt, das sie mit diesen Gedanken spielt. Er tut so weh als Mutter das nicht zu merken. Jetzt habe uch immer Angst das meine Tochter es nochmal versucht. Sie war jetzt 7 Monate stationär und ambulant in der Klink.
    LG Edeltraud

  • #7

    Liane von Salzen (Donnerstag, 03 August 2017 09:22)

    Hallo an alle, die suizidgefährdet sind. Ich habe zwei Versuche gemacht. Den ersten Suizidversuch hatte ich sehr gut geplant. Ich habe mit niemandem dieses Thema mal angeschaut, und ich wollte wirklich und wahrhaftig gehen. Durch die äußeren Umstände, die bestanden haben, hat mein Mann mich doch noch finden können. Und außerdem war vorher ein kleines Wunder geschehen. Ich hatte erst sieben Tabletten geschluckt, da weigerte sich mein Körper wohl, noch mehr davon zu nehmen. Ja, diesen Tag werde ich nie wieder vergessen. Beim zweiten, sehr spontanen, Versuch hatte ich Gott sei Dank nur 20 Tabletten vorrätig im Haus. Fazit: Heute liebe ich mein Leben, ich möchte es nicht missen. Und das nächste Resultat: Ich bin - wieder - gläubig geworden. Das hilft mir sehr, meine ganzen Probleme irgendwie immer zu meistern.
    Vielen Dank für Eure Aufmersamkeit. Und liebe Grüsse

  • #8

    Holger (Donnerstag, 03 August 2017 11:25)

    Liebe Edeltraud, Mandy und liebe Liane von Salzen,

    vielen lieben Dank für eure Kommentare !!

    Gruss

    Holger

  • #9

    Mary Lou (Donnerstag, 03 August 2017 12:56)

    Wo fange ich nur an?
    Ich glaube ich fange bei den ersten Suizitversuchen an!
    Ich war gerade 6 Jahre alt und das Problem, was ich hatte, ich bin streng katholisch erzogen worden und Suizid würde mit der Hölle enden, das wollte ich nicht, denn da war ich schon! Also habe ich überlegt und bin spontan über den Zebrastreifen gelaufen, in der Hoffnung, das ein Auto nicht rechtzeitig bremsen kann, außerdem hab ich jeden Abend zu Gott gebetet, das er mich zu sich nehmen sollte! Ich hab damals nicht daran gedacht, wie sich der Autofahrer fühlen muss, wenn es geklappt hätte. Aber ich hab es so oft versucht! Das hätte keiner verhindern können, weil ich sehr nach innen gerichtet war!

  • #10

    Mary Lou (Donnerstag, 03 August 2017 13:02)

    So, ich hab irgendwann mit 9 Jahren aufgegeben, weil es sowieso keinen Sinn machte! Das nächste Mal habe ich es mit 16 Jahren, nach einer Vergewaltigung versucht, ich kann mich gesundheitlich nicht mehr erinnern, wie ich es versucht habe, aber auch das hätte keiner verhindern können, ich hab nicht mal von meiner Vergewaltigung erzählt (keinem), auch wenn es ziemlich schlimm war.

  • #11

    Mary Lou (Donnerstag, 03 August 2017 13:06)

    Mit 18 Jahren, nachdem mein erster richtiger Freund ermordet wurde und ich nicht mal zur Beerdigung durfte, weil mein Chef mich nicht mochte und mir nicht frei gegeben hat! Ich hab alle Tabletten genommen, die ich gefunden habe, allerdings hat das so gar nicht funktioniert, die kamen einfach oben wieder raus! Es hat niemand bemerkt, d.h. ich bekam auch keine Hilfe

  • #12

    Holger (Donnerstag, 03 August 2017 13:07)

    @Mary Lou

    Ich glaube das dieses ein wesentlicher Punkt ist. der zu einem Suizid führen kann. Sich nicht zu äussern. Was natürlich auch am Umfeld liegt, welches oft mit Unverständnis und nicht wirklichen Lösungen einem "helfen" wollen. Was wäre es für uns einfacher wenn wir darüber sprechen könnten ohne gleich sich mit "fauler Mensch", "ich war auch mal traurig", "dem fehlt nur ein Tritt in den Arsch" beschäftigen zu müssen. Sich rechtfertigen zu müssen, obwohl man selber oft nicht weiß warum es einem so schlecht geht.

  • #13

    Mary Lou (Donnerstag, 03 August 2017 13:11)

    Mit 20 hab ich meine große Liebe kennen gelernt, da war erstmal alles gut.....
    Mit 30 Jahren hab ich mich angeboten meine Schwiegermutter zu pflegen und nach einem großen Alkoholkonsum wurde ich so depressiv das ich nach und nach alle Tabletten aus der Notapotheke geschluckt habe, aber auch die kamen oben wieder raus. D.h. wieder keine Hilfe und nach außen war ich die witzige, starke Person, die alles im Griff hat!