So langsam sollte es doch besser werden?

Nach meinem erneuten tiefen Fall in der vergangenen Woche kam wieder diese Frage auf. Wann wird es eigentlich besser ? So viele Therapiestunden, stationäre Aufenthalte und immer noch erwischt mich die Depression kalt lächelnd, ohne Vorwarnung. Warum wird das nicht besser?

 

Wenn ich mir heute diese Frage stelle, gibt es dafür immer noch keine Antwort. Doch es gibt eine andere Form meiner Empfindung zu dieser Frage. Klingt komisch ist aber so. Heute weiß ich viel mehr über meine Krankheit und deren Auswirkung. Ich sehe mich nicht mehr als völlig ausgeliefert, wenn sie wieder zuschlägt. Ich sage nicht das es mir bei einer depressiven Episode besser geht, ich verstehe es nun, was mit mir passiert.

 

Das ist schon deutlich mehr als vor einigen Jahren es noch der Fall war. Ob ich langfristig eine sogenannte Heilungschance habe, ist zwischenzeitlich nicht mehr ganz so wichtig für mich. Mit der Krankheit zu leben und mich und auch sie, die ein Teil von mir ist, zu akzeptieren, ist mein derzeitiges Ziel. Ob sich daraus mehr entwickelt, wird die Zeit zeigen.

 

Apropos Zeit. Vom Ausbruch der Krankheit mit all ihren Symptomen, bis zum heutigen Tag, sind Jahre vergangen. Doch wenn ich mir überlege, wie lange ich mit der Lüge und deren Vertuschung gelebt habe, ist das gar nichts. Ich versuche mich nicht mehr mich selber unter Druck zu setzen mit der Frage, wann es besser wird oder sogar vorbei ist. Ich bin auf dem Weg mit dieser Krankheit offen zu leben. Dieser Blog hier ist für mich ein Weg, um das umzusetzen. Keine Lügen mehr!

 

Ich gehe meinen Weg, manchmal führt er ins Licht, aber nicht immer!

 

Ich heiße Holger und ich habe Depressionen ! Na und ? 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Brunnenkind (Montag, 15 Mai 2017 00:39)

    Danke für diesen Blogpost. Ich freue mich, dass Du Schritte gehen kannst, deine Krankheit zu akzeptieren und zu lernen damit zu leben. Ich wollte ich wäre schon so weit.
    Wünsche dir alles gut und bin gespannt wie es weitergeht.