Der lachende depressive Mann

Klingt komisch aber dem ist so. Nur weil ich an der Krankheit Depression leide, habe ich meinen Humor (wenn er auch manchmal schräg ist) und mein Lachen nicht verloren. Sicher, mir ist wahrlich selten danach, aber eigentlich lache ich gerne. 

 

Ich habe nun schon öfters erleben müssen, dass dieses auf Unverständnis stösst. Wie kann man depressiv sein und sich freuen? Gerade das persönliche Umfeld versteht dieses nicht. Das liegt leider daran, das sie mit der Krankheit Depression nicht wirklich was anfangen können. Ich fühle mich verletzt wenn solche Sprüche kommen wie: „Dir geht es aber gut!“ oder noch heftiger „So gut möchte ich es auch mal haben!“ 

 

Es ist die Unwissenheit, die diese Sprüche zulassen. Die Personen wissen es eben nicht anders. Also ist es Zeit für mehr Aufklärung! Wenn ich gute Phasen innerhalb meiner Erkrankung habe, dann kann ich auch lachen und mich an Dingen erfreuen. Wenn die Krankheit wieder heftiger zuschlägt geht das eben nicht. Punkt. Dazu kommt noch das ich während der schlechten Zeit kaum bis gar nicht aus dem Haus gehe. So bekommt mein Umfeld es auch nie mit, wenn es mir schlecht geht.

 

Doch wenn es mir gut geht, bin ich durchaus draussen unterwegs und dann werde ich wieder von meinem Umfeld wahrgenommen. Sie sehen also meistens nur diese Seite an mir und deswegen kommt es oft zu diesen Fehleinschätzungen. Dazu kommt natürlich noch dazu, dass diese Krankheit nicht äusserlich sichtbar durch einen Verband oder Gips zu erkennen ist. Das Gefühl, dass ich mich rechtfertigen müsste wenn es mir gut geht, kommt oft vor. Dann verschwind ich wieder von der Bildfläche und der schwarze Hund hat neues Futter bekommen. EinTeufelskreis!

 

 

Ich suche noch für mich den Weg, dass ich mich für meine guten Stunden/Tage mich nicht rechtfertigen zu müssen. Wenn es mir gut geht lache ich gerne und das möchte ich nicht noch begründen müssen!. Ich möchte noch viel mehr lachen und mich am Leben erfreuen, ein Wunsch den alle Betroffnen in sich tragen. Derzeit schäme ich mich aber eher, wenn es mir gut geht. Das kann doch nicht sein! Was denken wohl die Leute von mir? So grenze ich mich oft schon wieder aus, obwohl es doch anders laufen sollte. Ich gestehe es mir dann selber nicht mehr zu, mich am Leben zu erfreuen. Es ist eine echt beschissenen Krankheit! 

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Kommentare: 2
  • #1

    Tim Peters (Mittwoch, 08 März 2017 21:32)

    Schön dass Du mal aus der Ich-Perspektive über die Krankheit sprichst und persönliche Einblicke zulässt. Das habe ich in den vorherigen Blogbeiträgen eher vermisst.

  • #2

    regina (Samstag, 13 Mai 2017 19:47)

    Deinem Artikel stimme ich hundert prozentig zu