Wenn selbst kleine Dinge nicht mehr machbar sind.

 

Die Nacht ist vorbei. Durch Medikamente traumlos geschlafen. Gestern mir vorgenommen heute einige Dinge zu erledigen. Nichts großes. Müll runter bringen. Staubsaugen (ist dringend nötig!) und vielleicht noch etwas einkaufen (die weiße gähnende Leere starrt mich jeden Tag mehr an). Aber erst mal einen Kaffee. Danach gehe ich ans Werk. 

 

 

Kaffee 2.0 und noch nichts gemacht. Aber ich will ja … irgendwie. Kaffee 3.0 und der Vormittag rauscht an mir vorbei. Nach dem Mittagessen gehe ich dran, verspreche ich mir selber und weiß eigentlich schon, dass ich dieses Versprechen nicht halten kann. Fühle mich wie gefesselt von meiner Depression, die mich zum Nichtstun zwingt. Die simplen Arbeiten erscheinen mir viel zu groß, als das ich sie schaffen könnte.

 

 

Gedanken der persönlichen Unzulänglichkeit kommen hoch. „Wieder einmal nichts geschafft. Wofür bin ich noch gut?“ Ich will mich zusammenreissen. Ein Spruch der einem als depressiv Erkrankten auch durchaus vom persönlichen Umfeld entgegen geworfen wird. Zusammenreissen soll ich mich! Ich versuche es und scheitere doch kläglich. 

 

Hier geht es nicht um die Umsetzung meines freien Willens. Der ist nämlich nicht frei wie bei anderen Menschen. Er ist gefangen und kann sich sich nicht entfalten. „Wozu das alles?“ „Was bringt das noch?“ „Ich bin doch zu nichts fähig.“ „Ich bin nichts wert.“ Gedanken dieser Art verschlimmern diesen Tag, der doch so vielversprechend angefangen hat.

 

 

Ich gehe ins Bett und frage mich: „Wozu lebe ich eigentlich? Tauge ich zu nichts als anderen den Sauerstoff zum Leben zu rauben?“ Eine weitere traumlose Nacht folgt und ich denke noch vor dem Einschlafen: „Morgen, da will ich es wieder versuchen!“

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