Depression: Wenn Kunst einem zur Genesung verhelfen kann.

 

Durch meine stationären Aufenthalte kam ich immer wieder mit der dort angewendeten Gestaltungstherapie in Berührung. Gerade am Anfang hatte ich noch Schwierigkeiten, diese als eine Therapieform für mich zu erkennen.

 

 

Man trifft sich mit anderen Mitpatienten und versucht durch Zeichnen, Malen oder auch mit Tonarbeiten, etwas von sich und seiner Krankheit zu vermitteln. Klingt komplizierter als es ist. Oft gab es Themenvorschläge die umgesetzt werden sollten, oder aber freies Gestalten war angesagt. Mit Ton hatte ich es nicht so, andere Mitpatienten arbeiteten dagegen hart mit diesem plastischen Material. Das sie damit automatisch auch an ihrer Genesung arbeiteten, wurde mir erst einige Zeit später bewusst.

 

 

Ich selber entschied mich für die Malerei. Dabei waren meine Bilder meistens, eigentlich immer, sehr abstrakt. Also für Aussenstehende nicht gleich erkennbar, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte. Zum Abschluss einer Therapiestunde saß man dann zusammen und sprach über die jeweiligen „Kunstwerke“. Erst dann wurde einem manchmal selber erst bewusst, wie viel von einem selber, in einem einfachen Bild stecken kann. 

 

Ich habe diese Malerei dann einige Zeit auch daheim weiter betrieben. Oft war ich nach 15 Minuten schon klatschnass geschwitzt und völlig fertig. Die Malerei hat mir viel geholfen, meine Erkrankung darzustellen und damit auch in irgendeiner Form öffentlich zu machen. Dinge, die nicht in Worte zu fassen sind, können durch Malerei oder andere künstlerischen Formen klar zum Ausdruck gebracht werden. Wenn auch manchmal nur für den Künstler/Erkrankten selber. 

 

Zwischenzeitlich stehen die Leinwände schon länger in einer Zimmerecke rum und die Farbe fangen an zu vertrocknen. Ich habe für mich das Fotografieren entdeckt. Mit dieser Möglichkeit, nicht nur, aber auch, meiner Erkrankung entgegen zu treten, arbeite ich jetzt seit ca. 3 Jahren. Das Schöne daran ist, dass ich damit nicht nur meine depressiven Gedanken/Gefühle zum Ausdruck bringen kann, sondern in den guten Zeiten auch positive Bilder. 

 

Trotzdem bin ich schon einige Weile wieder am überlegen, mir eine Staffelei zu kaufen um mit der Malerei wieder anzufangen. Mal schauen. Grundlegend kann ich nur jedem Erkranktem empfehlen, sich eine Kunstform für sich auszusuchen, um durch Kreativität seiner Krankheit entgegen zu wirken. Es funktioniert!

 

 

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Indre (Montag, 17 April 2017 10:48)

    Ich finde es gut einmal andere Wege zu gehen. Ich selber arbeite auch mit Zeichnen Malerei und Speckstein. Mir hilft es einen festen Kurs zu besuchen. :) Meine Bilder werden bunter! Ich finde toll was du schreibst.

  • #2

    Holger (Montag, 17 April 2017 16:00)

    @Indre

    Vielen lieben Dank für deinen Kommentar !

    Gruss

    Holger