Was fühlt ein depressiver Mensch? Teil 15

Wie verläuft eigentlich Tag 1 nach einem depressiven Vortag ab?

 

Anders, aber nicht wirklich besser. Alles um mich herum nehme ich irgendwie nur durch eine dunkle Wolke wahr. Motivation ist gegen null. Selbst simple Dinge wie die Körperpflege ist derzeit eine große Herausforderung für mich. Ich muss heute Duschen … hatte ich mir gestern schon gesagt. Doch da ging absolut gar nichts. Heute gehe ich den nächsten Versuch an. Ob es was wird, kann ich euch morgen berichten.

 

Alle Reize, die mich ansonsten dazu anleiten etwas zu machen, oder auf etwas zu reagieren verschwinden in der Dunkelheit der Depression. Das schwache Licht was mich irgendwie durch den Tag bringt, reicht nicht aus, um mich aufzufordern etwas zu unternehmen. Warum ich aber trotzdem darüberschreiben kann, weiß ich selber nicht. 

 

 

Vielleicht ist das meine Möglichkeit diese Krankheit irgendwann in den Griff zu bekommen. Oder einfach nur damit die, die es lesen, ein wenig verstehen, wie es einem Menschen mit Depressionen ergeht. Für mich ist es eine Art der Reflektion, selbst in der Dunkelheit, in der ich gerade stecke, mich wahrzunehmen. 

 

Wer nun meint das es mir damit dann gleich besser geht, den muss ich leider enttäuschen. Nur weil ich mich öffentlich dazu bekenne und darüberschreiben, geht es mir nicht zwangsläufig besser. Es hat auch keine Auswirkung darauf, diese depressiven Episoden früher zu erkennen. Wie gestern schon geschrieben, gibt es bei mir keine Auslöser im Umfeld die das bewirken. Es ist, als wenn ein Schalter umgelegt wird. Von einer Minute auf die andere ist alles nur noch dunkel.

 

So das war es mal für den Augenblick. Vielleicht gehe ich heute noch Duschen … vielleicht. Es "müffelt" schon.

 

... Fortsetzung folgt.

 

Nachtrag: Ich bin später doch noch Duschen gegangen.  

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