Fotodiebstahl im Internet: Es kotzt mich nur noch an !

Ich hatte ja schon von einiger Zeit über den Diebstahl einiger meiner Fotos im Internet geschrieben (Teil 1 , Teil 2). Zwischenzeitlich fühle ich mich nur noch hilflos ausgeliefert. Damit es etwas klarer verständlich wird möchte ich das Ganze noch mal näher schildern.

 

Erst einmal zeige ich euch hier das Foto was am meisten gestohlen wurde und woanders unter Nichtnennung meines Namens verbreitet wird:

 

 

Wenn ich dieses Foto in der Google Bildersuche eingebe, werden mir knapp 20 Seiten(!) mit Links zu diesem Bild ausgespuckt und das Ganze unter 2 Sekunden !  Ich finde es bei diversen Portalen wieder, die unter anderem mein Bild als kostenlosen Download anbieten. Wie oft es schon dort runter geladen wurde, es geht wohl in Richtung hunderttausendfach. Dann gibt es noch diverse YouTube-Videos in denen mein Foto als Dauerbild dient für diverse musikalische Stücke.  Ausserdem noch weitere Webseiten in denen mein Foto in einem ganz anderen Zusammenhang, wie von mir gedacht, gezeigt wird. 

 

Um der ganzen Sache Herr zu werden habe ich verschiedenen Unternehmen eingeschaltet, die auf der einen Seite meine Fotos überwachen und bei Handlungsbedarf mir dieses auch melden. Neben Copytrack und Plaghunter habe ich mich auch bei Lapixa angemeldet. In extrem kurzer Zeit wurden noch weitere Diebstahlfälle entdeckt.

 

Doch nun kommt der Haken, bzw. mehrere Haken an der Sache. Erst einmal werden nur Fälle weiter verfolgt, in denen eindeutig klar ist, dass mein Foto gewerblich genutzt wird. Dann sollte der Dieb mit seiner Webseite, wenn möglich, seinen Sitz auch in Deutschland haben. Dann könnte man vielleicht tätig werden. Dieses trifft mehr oder weniger für all die oben genannten Plattformen zu. Wenn also mein Foto auf irgendeiner Webseite kostenlos zum Download angeboten wird, oder der Betreiber noch dazu im Ausland sitzt, keine Chance! Viel der Fotodiebe sind aus dem Osteuropäischen Raum (Polen sehr stark vertreten, aber auch Russland wäre da zu nennen). Anderweitig finden sich diverse Webseitenbetreiber im Nahen Osten.

 

Nun bin ich noch einen Schritt weiter gegangen und habe einen Anwalt für Urheberrecht eingeschaltet. Leider hat auch er mir das Gleiche gesagt, was ich schon von den anderen Unternehmen gehört habe. Klar ausgedrückt, ich muss es hinnehmen das meine Fotos anderweitig und ohne meine Zustimmung genutzt und sogar zum Download angeboten werden.

 

Wer nun meint das ich doch froh sein sollte das so viele Menschen mein Foto so toll finden, sorry Leute, das bin ich nicht! Das wäre ich, wenn diese wenigstens mich als Fotografen erwähnen würden, aber nicht mal das geschieht. Es geht hier nicht darum eine Klage gleich einzureichen, sondern einfach das wenigstens ich als Fotograf/Urheber genannt werde. Ich werde meines Eigentums beraubt und kann nichts dagegen unternehmen, sondern nur untätig zuschauen.

 

Es kotzt mich einfach nur an und ich fühle mich hilflos ausgeliefert !

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Kommentare: 6
  • #1

    Kartenschreiber Uwe (Dienstag, 13 Februar 2018 13:45)

    Ja, es ist zum Kotzen ! Was ist denn wenn Du die Photos die Du postest zukünftig mit einem schwach sichtbaren Wasserzeichen versiehst ? Einige der Photographen die Du retweetest machen dass ja wie ich gesehen habe !

  • #2

    Holger (Dienstag, 13 Februar 2018 14:14)

    @Uwe

    Auf dem Foto oben ist eine kleine unscheinbare Signatur. Links unten der kleine "Lampenschirm". Mehr möchte ich eigentlich nicht machen, da sonst das Foto nicht mehr so zur Geltung kommt. Aber selbst wenn ich quer über das Bild meinen Namen anzeigen lasse, ist dieser mit moderner Software in kurzer Zeit entfernt.

    Gruss

    Holger

  • #3

    Kartenschreiber Uwe (Dienstag, 13 Februar 2018)

    Ich habe auch verschiedene Webseiten gesehen von der die Bilder garnicht oder nur schwer zu kopieren sind; bei INSTAGRAM zum Beispiel. - Da müsste man dann mal einen Webdesigner fragen....

  • #4

    Dr. iSO (Dienstag, 13 Februar 2018 16:24)

    Moin,
    also ich Stelle meine Bilder auch online, hatte aber noch keine Erfahrung so krass wie in Deinem Fall. Meine Bilder sind ja auch nicht so gut wie Deine...
    Wenn Du einen Präzedenzfall schaffen könntest, also eine Firma in DE abmahnen sodass sie Kohle abdrücken müssen, dann hättest Du zumindest ein dickes Argument dass Du gegenüber den anderen Plagiaristen in Ausland anbringen kannst. Ja, das heißt jeden einzelnen von denen anschreiben und abmahnen oder zumindest Unterlassung verlangen. Klingt arroganter als es gemeint ist: Recht ist etwas dass man sich selbst erkämpfen muss.

  • #5

    Stefan (Sonntag, 29 September 2019 23:05)

    Das Problem habe ich genau so und kann es völlig nachvollziehen. Ich kann die Verstöße bei meinen Fotos bald nicht mehr zählen.
    Die Aussichten in Deutschland sind glücklicherweise aber Recht gut, aber im Ausland wird man meist ausgelacht.
    Zudem meine Videos ebenfalls tausendfach kopiert werden, sogar im deutschen Fernsehen.

    Ehrlich gesagt ist das ein Vollzeitjob, möchte man jede Fall nachgehen.
    Mich kotzt das nur noch an und befinde mich regelrecht im Krieg.

    Leider ist es für z.B. einen TV Sender billiger, 100 Raubkopien zu nutzen. Die 2 bis 3 Geschädigte, die sich leider nur melden, viele werden es auch gar nicht mitbekommen, werden eben ausbezahlt, trotz allem ist es für die Sender lukrativer.
    Ist eine einfache Kosten Nutzen Rechnung.

    Nur nicht aufgeben!
    Wir müssen zusammenhalten, nur so lohnt sich das Geschäftsmodell Raubkopie nicht mehr.

  • #6

    michael kemper (Mittwoch, 04 Dezember 2019 13:46)

    Hallo! So ganz verstehen kann ich das Problem nicht. Seit 20 Jahren verklage ich jede deutsche Webseite die meine Luftaufnahmen nutzen, kommerziel oder privat. Meistens mache ich das selbst, da ich gemerkt habe, daß ich höhere Geldsummen erziele wenn ich persöhnlich vor Gericht erscheine als wenn ein Anwalt das macht. Dafür mußte ich mich natürlich im Netz, z.B.: Juraforum.de schlau machen. Auch macht es mir Spaß. Aber Anwälte machen das natürlich auch. Jedes Werk, das eine gewisse Aussagekraft hat, ist automatisch in Deutschland durch das Urhebergesetzt geschützt und auch völligen Amateuren steht ein Schadensersatz zu. Natütlich stimmt es das Recht haben und Recht bekommen zweierlei Dinge sind, aber bei mir, mit dem nütigen Einsatz meinerseits, klappt es gut. www.diegeschichte.de