Erst flickr, jetzt 500px ! Meine Gründe für den Ausstieg!

Die ganz einfache Antwort lautet. Beide Plattformen bringen mich nicht wirklich weiter. Es ist nett wenn man ein Lob dort für seine Arbeit bekommt, aber mehr ist es nie geworden. Habe also keinen „Nutzen“ für mich ausser den, dass meine fotografische Seele ein paar Streicheleinheiten bekommt. Ganz ehrlich auf einen Kommentar wie „nice shot“ oder so, kann ich zwischenzeitlich gut und gern verzichten. Ausserdem „verschwindet“ das hochgeladenen Bild, mehr oder weniger, nach ca. 24 Stunden im Datennirvana der dortigen Server. Doch ich will mehr!

 

Meine Fotografie ist ein großer Teil meines Lebens geworden und ich versuche darauf zu achten, dass es mir halt gut geht. Lange habe ich danach gejagt Anerkennung auf diesen Plattformen zu bekommen. Gerade bei 500px aktualisierte ich immer wieder die Seite um zu sehen, wie viele mein Kunstwerk für gut befinden.

 

 

Ich glaube einfach, dass dies jetzt ein weiterer Schritt ist, den ich gehen muss. Ich weiß das ich gute Bilder machen kann, aber auch weniger Gute. Um das zu erkennen benötige ich zwischenzeitlich weder flickr, noch 500px. Sicher haben diese Foto-Plattformen ihre Daseinsberechtigung und ich will sie auch gar nicht schlecht reden. Aber für mich habe ich erkennen dürfen, dass sie mir persönlich nichts bringen. Deswegen der heutige Ausstieg bei 500px.

 

Das ist meine Meinung, wie steht ihr dazu ?

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Kommentare: 5
  • #1

    Erik (Donnerstag, 12 Juli 2018 09:07)

    Ach ja, das bringt wieder das ewige Problem der Communities hoch und das Problem, vor dem die meisten Fotografen stehen: Natürlich wollen sie ihre Bilder in die Welt hinausbringen, aber Reichweite ist eben nicht alles (bzw. am Ende nichts). Es kommt halt auf die RELEVANTE Reichweite an, aus der sich dann Kontakte (seien sie geschäftlich oder nicht) / Aufträge etc. generieren. Und im letzten Bereich gibt es leider kaum was.

    Vorneweg: Ich hab fast alle Communities ausprobiert und bin bei vielen auch noch zu finden.

    Flickr: Genial für Reichweite, wenn man die Bilder gut platziert. In ein paar Jahren habe ich da weit über 12 Millionen Views erzielt — aber das war’s dann eigentlich auch. Konkret hat sich dadurch sehr wenig ergeben.

    500px: Schöne hochwertige Bilder, bei denen man sich schön Inspiration holen kann, aber lohnen dürfte sich das für die wenigsten. Bilder sind kurz gut zu finden, dann verschwinden sie in der Versenkung. Lohnt die Aufwand nicht im geringsten.

    Fotocommunity: Nach einem selbstverschuldeten Einbruch berappelt sich die Seite wieder ein wenig. Im Vergleich mit anderen Communities ganz gute Interaktion, manchmal (aber selten) ergibt sich daraus auch was. Leider bietet das kostenlose Modell zu wenig und der Mehrwert bei den kostenpflichtigen stehen kaum im Verhältnis zum Ertrag.

    Facebook: Abseits von Gruppen tot. Seiten werden aufs Übelste gedrosselt. Einziger Grund, warum ich das noch nutze und bestücke: Man kann gut auf den User zugeschnittene Werbung für kleines Geld schalten. Zumindest noch. Mal schauen, was DSGVO und das EuGH-Urteil daraus machen. Dadurch vergleichsweise guter geschäftlicher Nutzen.

    Instagram: Auch wenn sie viel durch die nicht-chronologische Timeline kaputt gemacht haben und man für manche Tags „bestraft“ wird (shadowbanning), so erreicht man hier noch mit am meisten Leute. Geschäftlicher Nutzen ist da allerdings sehr unterschiedlich.

    Behance: Eigentlich nur im Bereich B2B interessant. Oder für sehr design-affine Menschen.

    Pinterest: Werde ich nicht wirklich warm mit. Präsentation, Art der Bestückung etc. ist so gar nicht meins.

  • #2

    Holger (Donnerstag, 12 Juli 2018 10:44)

    @Erik

    Vielen lieben Dank für deine ausführliche Erklärung wie du die Dinge siehst !!!

  • #3

    Stefan (Donnerstag, 12 Juli 2018 11:01)

    Warum füllt man eine solche Seite mit Fotos? Machen wahrscheinlich die meisten aus dem einen Grund, sie möchten dass andere ihre schönen Aufnahmen sehen. Sie möchten Feedback/Anerkennung. Jeder der das nicht braucht oder will, der kann seine Fotos auf seinem Rechner lassen. Der nächste Grund ist, man möchte anderen die Chance geben, dass sie sich eine schöne Aufnahme bspw. ins Wohnzimmer hängen können. Das wiederum ist auch Anerkennung und Bestätigung. Man möchte damit nicht reich werden, aber wenn etwas dabei rum kommt, ist das willkommen. Das mag jeder anders sehen, aber ich denke die meisten werden das ähnlich sehen.

    Was ich nicht nutze: Foto-Community. Leider am Anfang schlechte Erfahrungen gemacht und es dann einfach gelassen. Ich hatte das Gefühl es wird nur negative Kritik geäußert. Das ist auf der einen Seite auch willkommen (Kritik), man will sich ja verbessern, aber auf der anderen Seite fühlt es sich so an als ob man schlechte Fotos macht. Dabei würde das gleiche Motiv von jedem anders abgelichtet. Und das ist der Punkt für mich. Kritik ja, aber sinnvoll und berechtigt. Und gerade dann wenn ich konstruktive Kritik möchte, frage ich danach. Ich möchte nicht, dass jeder jedes meiner Fotos zerreist. Aber naja, Trolle gibt es überall. ;-)

    Bei den anderen habe ich dahingehend positive Erfahrungen gemacht. Ich nutze derzeit Instagram, Flickr und 500px.
    Bei 500px mag ich das Feedback, es kann einfach in Form eines Herzens sein, aber eben auch in Form eines Kommentars. Ich nutze es auch für Inspiration. Ich habe das Gefühl, dass hier überwiegend nur hochwertige Fotos gezeigt werden. Urlaubsschnappschüsse halten sich in Grenzen. Bei Instagram bekommt man schnell Feedback, das erzeugt einfach ein gutes Gefühl direkt nachdem man das Bild online hat. Habe ich bisher bei 500px nur meine besten Stücke online gestellt, so fand man bei Flickr auch jene die ich nicht ganz so brilliant fand. Das allerdings werde ich ändern. Da 500px den Marketplace abgeschafft bzw. das nun Getty Images und Chine Visual Group ist, habe ich den Marketplace abgeschaltet. Ich möchte 500px für die Inspiration nicht missen, daher bleibt dort der Account. Allerdings setze ich dann ab sofort verstärkt auf Flickr, acuh wenn es hier keine Herzchen gibt. Ich lege in Facebook kaum Fotos ab, ich verlinke sie in Beiträgen.

    Die Alternative ist natürlich die eigene Website, aber wenn man Reichweite möchte, muss man hier ziemlich Ackern und überall hausieren gehen. ;-) Das ist bei einer Plattform wie Flickr oder 500px natürlich einfacher. Wobei ich hier mehr Hobbyfotografie meine als professionelle/geschäftliche Fotografie. Da braucht es eine Website! Plattformen würde ich da eher vernachlässigen bzw. nur punktuell nutzen. Hier geht es darum sich zu vermarkten und nicht um bekannt zu werden oder in Diskussion zu treten. Natürlich sind Kombinationen auch sinnvoll, kommt drauf an ob es für einen passt.

    Ich kann nachvollziehen, dass man den Communities/Plattformen den Rücken kehrt. Ich versuche den Aufwand auf ein Minimum zu beschränken. Lightroom macht es möglich. Ich exportiere direkt über die Plugins. Hat für mich den Vorteil, dass ich Verschlagworte und ein wenig Texte.

    Instagram: Schnell Reichweite, nicht regional. 500px: Inspiration, dort sind auch nur Fotografen unterwegs. Flickr: Foto-Sammlung, auch mal schnell per Link an Freunde/Bekannte zu geben für z.B. die Norwegen Highlights. Manchmal braucht man das auch, um den nächsten langen Urlaub mit dem Chef auszuhandeln. ;-)

  • #4

    Holger (Donnerstag, 12 Juli 2018 11:04)

    @Stefan

    Auch dir vielen Dank für deine Sichtweise zu diesem Thema !!!

  • #5

    Erik (Donnerstag, 12 Juli 2018 13:34)

    @ Stefan

    Aber hast Du bei 500px mal ein ernsthaftes Feedback bekommen? Meist ist das doch nur „great pix, pls chk also my gallery“. Und ein gepostetes Herz ist da auch nicht mehr wert als ein Like bei Instagram ;)

    Fotocommunity fand ich bei den Bildkritiken nie schlimm. Unmöglich ist jedoch der Ton im Forum.

    Und mit „nicht-regional“ bei Instagram kann ich nur teilweise bestätigen. Es stimmt, zwar, dass z.B. bei meinen Followern nur 50% aus D kommt, aber wenn man sich die Blöcke an sich anschaut, kommt der größte Prozentsatz meiner Follower hier aus der gleichen Stadt, der zweithöchste Anteil aus der Nachbarmetropole. Unterm Strich ist das ähnlich mit Facebook und eigentlich sind alle anderen Communities deutlich weniger regional …