Gestrandet ...

Vorwort:

 

Wenn du wie ich, schon vor langer Zeit mit deinem kleinen Boot des Lebens gestrandet bist. Wenn du  so lange auf das Wasser gewartet hast, damit es dich wieder ins Meer dieser Welt zurück bringt,  dann ist es vielleicht eher an der Zeit auszusteigen und neue Wege zu beschreiten.

 

 

Als ich zurück blicke sehe ich es noch, das Boot. Das Boot mit dem ich hier gestrandet bin. Ich, der darauf so lange durch den Ozean meines Lebens gerudert bin. Es hat mich sicher getragen, auch wenn die Wellen mal hoch schlugen. Doch der letzte Sturm war zu heftig.

 

Zuerst verlor ich die Ruder, dann spülte immer mehr Wasser in das Bootsinnere. Der Sturm trug mich von der vermeintlich sicheren Passage fort. Das Letzte woran ich mich noch erinnern kann war, dass ich plötzlich einen Schlag bekam und alles um mich herum in Dunkelheit verfiel.

 

Als ich wieder aufwachte, bemerkte ich das ich gestrandet war, aber so richtig gestrandet! Der letzte Sturm muss so heftig gewesen sein, dass er mich weit, auf ein für mich unbekanntes Land, gespült hat. Von einem Strand, geschweige den dem Meer, war nichts mehr zu sehen. Ich schaute mich um.

 

Das Boot lag mitten auf einer Wiese, Bäume umringten diese. Doch wirklich mehr war nicht zu sehen. Da lag ein Land vor mir, dass ich zuvor noch nie gesehen, geschweige denn betreten hatte, dessen war ich mir sicher. Es war noch sehr Dunkel, die Dämmerung hatte anscheinend gerade erst begonnen, als ich vorsichtig ausstieg.

 

Oh Mann! Ich musste mich am Boot festhalten um nicht umzufallen. Mehr oder weniger bin ich die letzten Jahrzehnte nur auf hoher See unterwegs gewesen. Festen Boden unter den Füssen kannte ich nicht mehr. Anfangs ging ich wieder in das Boot zurück und setzte mich hinein. Es erschien mir zu schwer, da draussen auf meinen Füssen zu stehen. Das Boot kannte ich. Das da draussen, das war völliges Neuland für mich.

 

Mit der Zeit, die hier irgendwie endlos erschien, versuchte ich immer wieder Fuss zu fassen, in dieser neuen Umgebung. Es dauerte sehr lange, bis ich mit wackeligen Knien die ersten unbeholfenen Schritte ging. Erst mal so weit, dass ich jeder Zeit wieder zurück zum Boot gelangen konnte, um mich zu erholen. Die so lange gewohnte Umgebung völlig zu verlassen, das war ich noch nicht bereit.

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