Was fühlt ein depressiver Mensch? Teil 4

Wenn die Krallen der Depression einem die Luft rauben.

 

Jahrelang waren Schlafstörungen zu einem ständigen Begleiter von mir geworden. Es war schleichend gekommen und so gewöhnte ich mich irgendwie daran. Ich hörte nicht auf die Signale von meinem Körper, also legte dieser noch eine Schüppe oben drauf.

 

Immer häufiger hatte ich Schmerzen im linken Arm. Diese körperlichen Befindlichkeiten begleiteten mich zu den vorhandenen Schlafstörungen eine längere Zeit. Dazu kamen noch immer mehr eine Form von Kurzatmigkeit. An manchen Tagen reichte es schon die Treppe zu unserer Wohnung hoch zu gehen und ich schnaufte wie ein altes Walross.  Aber auch darauf gab ich nicht Acht. Es war ja nicht immer, wenn auch zuletzt immer häufiger.

 

Im Hamsterrad, das sich mein Leben nannte, da gab es eben keine Zeit zum Nachdenken und Inne halten. Arbeit, Familie und alles Weitere drum herum waren so viel wichtiger. Doch dann trat etwas ein, mit dem ich so niemals gerechnet hätte. Plötzlich während der Arbeit verspürte ich erst einen starken Druck auf meine Brust.

 

Dann schlugen die Krallen der Depression tief in meine Brust ein, dass ich mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in die örtlich Herzklinik eingeliefert wurde. Ich hatte Todesängste und glaubte, dass ich diesen Tag wohl nicht mehr überstehen würde.

 

 

Die weiteren Untersuchungen, inkl. der großen Katheter-Untersuchungen ergaben: Mir fehlte körperlich rein gar nichts! Der Blutdruck war etwas „unkontrolliert“, aber nichts Bedrohliches. Erst jetzt wurde klar, dass meine körperlichen Beschwerden nicht zwangsweise auch etwas mit meinem Körper selbst zu tun hatten.

 

Jetzt war klar das etwas Anderes dahinterstecken musste, doch was nur? Ich wusste gar nicht was wirklich mit mir los war. Zur Sicherheit bekam ich wegen meinem Blutdruck Medikamente. Ich kam nach Hause und war schlau wie zuvor. Bei der Entlassung meinte der behandelnde Arzt, dass es sich vielleicht um eine Form einer psychosomatischen Erkrankung handeln könnte. Die weitere Behandlung lag nun bei meiner Hausärztin, die mich schon sehr lange kannte. Sie überzeugte mich, so dass ich einem stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Abteilung, in einem Krankenhaus im Nachbarort, zu willigte.

 

 

… Fortsetzung folgt.  

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