Fotografie: Neid, Selbstmitleid und die Erkenntnis daraus.

(M)eine Geschichte.

 

Ich arbeite seit nun mehr über 6 Jahren mit Kameras aus dem Hause Olympus. Davor hatte ich eine Canon 650D, doch ich wollte mich verkleinern. Deswegen entschied ich zu Olympus zu wechseln.

 

 

Doch in den letzten Wochen habe ich mich wieder einmal umgeschaut. Nach einem neuen Objektiv und vor einigen Monaten wäre es sogar zu einem Herstellerwechsel fast gekommen.

 

Immer wieder lese ich von Fotografen, die auch wie ich die Fotografie als Hobby betreiben, dass sie sich neues Equipment zugelegt haben. Sie zeigen dann stolz dieses und in mir steigt ein Gefühl von Neid auf. Es ist nicht so, dass ich diesen Menschen den Neuerwerb nicht gönne, doch mit dem aufkommenden Neid, taucht auch das Gefühl von Selbstmitleid auf.

 

Warum kann ich das nicht? Warum sind meine finanziellen Mittel so beschränkt? Bin ich weniger Wert, weil ich nicht das neuste Kameramodel besitze, oder das neue lichtstarke Objektiv. Selbst für eine Fototasche frage ich rum, ob einer vielleicht eine rumliegen hat, denn eine Neue kommt derzeit auch nicht in Frage.

 

Sicher, der Kopf sagt mir das ich mehr als dankbar sein darf, für die derzeitige Ausrüstung. Aber warum schaue ich dann immer wieder mich um, was andere besitzen, oder vom Hersteller neu angepriesen wird? Das sind Gedanken, die ich heute einmal für mich selber, ernsthafter reflektieren möchte.

 

Denn Neid ist kein guter Berater und das Selbstmitleid ist überhaupt nicht angebracht. Und wenn man meine Bilder anschaut, so ganz schlecht sind diese auch nicht. Aber warum denke ich dann nur so negativ? Wo ist mein Selbstwert, der unabhängig von meinem Besitz, mich als liebenswerten Menschen ausmacht.

Denn ich bin nicht besser, wenn ich mehr besitze, oder mir öfters was Neues kaufen kann. Ich bin gut so wie ich bin! Dieses möchte ich für meine Zukunft intensiver umsetzen und das nicht nur im Bereich Fotografie. Sollte ich wieder einmal in das alte Schema zurückfallen, würde es mich freuen, wenn ihr mich darauf aufmerksam macht. Danke!  

 

Wie ihr seht, kann das Thema Fotografie auch ziemlich "Menscheln".

 

Ich arbeite nun seit Jahren mit einer Kamera und einem Objektiv. Ich hoffe das mich meine Zufriedenheit wieder bald erreicht. Ich möchte auch in diesem Bereich Dankbar sein für die Dinge, die ich habe und nicht schauen was mir „fehlt“. Denn ob damit meine Art der Fotografie, oder mein Leben besser werden, das glaube ich nicht wirklich.

 

Ich bin ein gesegneter Mensch, der mehr besitzt als er wirklich braucht!

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Kommentare: 3
  • #1

    Josef (Samstag, 04 Januar 2020 17:00)

    Neid ist eine andere Form der Bewunderung

  • #2

    Matthias (Samstag, 04 Januar 2020 17:34)

    Moin Holger,
    ich kann dich gut verstehen, denn mir geht es häufig auch so, dass ich auf etwas Neues schiele und denke: "Das wäre schon klasse...", aber Neid, nein, Neid ist es bei mir nicht. Ich würde auch sagen, dass es bei dir kein Neid ist, denn dann würdest du deinen Mitmenschen das neue "Spielzeug" nicht können. Neid hat immer etwas mit Missgunst zu tun und ein solcher Mensch bist du nicht! Ein großer Junge, ein Spielkalb... immer etwas Neues anderes ausprobieren wollen, dass passt viel besser. Wenn man auch im Alter (entschuldige bitte diese Formulierung ;-)) Kind geblieben ist, ist das etwas Großartiges und man sollte es so lange wie möglich beibehalten.
    Bleib so wie du bist, mein Freund!

  • #3

    Holger (Samstag, 04 Januar 2020 21:28)

    @ Josef und Matthias

    Danke für eure Kommentare !

    Neid ist für mich keine andere Form für Bewunderung, wenn das auch des Öfteren so beschrieben wird. Neid ist für mich Missgunst.

    Wenn ich wirklich ehrlich zu mir selber bin taucht dieser Neid durchaus am Anfang bei mir auf, aber auch dann im Zusammenhang mit dem niedrigen Selbstwertgefühl. Der Neid verschwindet zwar nach kurzer Zeit, aber das Selbstwertgefühl bleibt weiter im Keller liegen, wo es langsam vor sich hin modert.

    Es eine Herausforderung für mich, diese Einstellungen zu verändern. I

    Ich arbeite daran.